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Schmerzklinik ist nach § 40 SGB V von allen gesetzlichen Krankenkassen als Rehabilitationseinrichtung anerkannt (von den Privatkassen als gemischte Krankenanstalt) und auch beihilfefähig.

SCHULTERERKRANKUNGEN
(schmerzhafte Erkrankungen der Schulter)

Hier gelangen Sie direkt zu den einzelnen, weiter unten aufgeführten Schultererkrankungen (einfach anklicken):

1. Schultergelenkarthrose (Schulterarthrose, Omarthrose)
2. Schultergelenkentzündung (Omarthritis)
3. Periarthritis humeroscapularis
3.1 Impingement-Syndrom
3.2 Schultersteife (ste ife Schul ter, Frozen shoulder, Duplay Krankheit, Schulterfibrose, Subakromialsyndrom)
3.3 Supraspinatus-Sehnen-Syndrom
4. Kalkschulter (Bursi tis ca lcarea)
5. AC-Gelenksarthrose (Schultereckgelenksarthrose)
6. Bizepssehnensyndrom und Bizepssehnenabriß (Tendinitis der Bizepssehne)
7. Rotatorensehnensyndrom (painful arc, Impingement)
8. Rotatorenmanschetten-Syndrom - Rotatorenmanschettenruptur
9. Bursitis subacromialis

Zunächst zur Anatomie (= Lehre vom Körperaufbau) der Schulter bzw. des Schultergelenks:

Das Schultergelenk ist ein kompliziertes Gebilde und bietet daher viele Ansatzpunkte für entzündliche und degenerative Schultererkrankungen. Das Gelenk ist ein sog. Kugelgelenk zwischen der lippenumrandeten Pfanne des Schulterblattes und dem Oberarmkopf, im Dachteil durchzogen von der eingescheideten langen Bizepssehne. Die Gelenkkapsel reicht von der Basis des Rabenschnabelfortsatzes bis zum oberen Ende des Oberarmkopfes. Die schlaffe Kapsel wir abgedeckt bzw. verstärkt durch die sog. Rotatorenmanschette, gebildet aus den Muskeln subscapularis, supraspinatus, infraspinatus und teres minor. Das Gelenk ermöglicht Hebung und Senkung, Abduktion (= seitliches Wegführen) und Adduktion (= seitliches Heranführen an die Körperachse) sowie die Kreiselung des Arm es.
Das Schultereckgelenk (Akromioklavikulargelenk) verbindet das äußere Ende des Schlüsselbeins (Clavicula) mit dem oberen Ende des Schulterblattes, dem Akromion.

1) Bei Verwendung des Begriffs "Schultergelenkarthrose" ist die Articulatio humeri gemeint und nicht die Art iculatio ac romioclavicularis (Schulterec kgelenk), diese Arthrose wird als AC-Gelenksarthrose oder auch Schultereckgelenksarthrose bezeichnet.
Die
Schultergelenkarthrose (gilt auch für andere Arthrosen) ist eine vorwiegend degenerative (= abnutzungsbedingte) Gelenkerkrankung, hauptsächlich des Gelenkknorpels, die (mit großen Schwankungen) erst mit zunehmendem Alter auftritt. Es bestehen chronische, schmerzhafte, zunehmend funktionsbehindernde Gelenk veränderungen infolge eines Mißverhältnisses zwischen Belastung und Belastbarkeit des Gelenkknorpels.
Die Schultergelenkarthrose ist eine eher seltenere Erkrankung, da das Schultergelenk weitaus weniger belastet wird als die großen Gelenke im Bereich der unteren Körperhälfte (Hüftgelenke und Kniegelenk). Verletzungen und gelenkdestruierende (= gelenkzerstörende) Krankheiten kommen deshalb hier nicht oft vor.
Man unterscheidet auch bei der Arthrose im Schultergelenk zwei Formen:

  1. Idiopathische (pri märe) Schultergelenkarthrose. Darunter versteht man eine Eigenerkrankung des Gelen ks in Form einer anlagebedingten Minderwertigkeit des Gelenkknorpels ohne Vorerkrankung.

  2. Sekundäre Schultergelenkarthrose nach Vorerkrankungen. Typische Vorerkrankungen sind z.B. die rheumatische Arthritis bzw. rheumatoide Arthritis (= Gelenkentzündung) (Omarthritis), oder auch Verletzungen, so z.B. Fraktur (= Bruch) des Oberarm es.

Im Anfangsstadium dieser Gelenkserkrankung besteht nur ein Bewegungsschmerz, später gesellt sich dann auch ein Ruheschmerz hinzu, so daß dann ein Dauerschmerz besteht.

Bei fortgeschrittener Arthrose im Schultergelenk mit Destruktion (= Zerstörung) des Gelen ks kann chirurgischerseits ein künstliches Gelen k (Endoprothese) eingepflanzt werden, aber nur wenn die sog. Rota torenmanschette((= die aus den Oberarmdrehmuskeln (Musculi subscapularis, supra- u. infraspinatus, teres major et minor) bestehende Muskel manschette des Schul tergelen kes)) noch erhalten ist, wenn nicht, bleibt eigentlich nur die Arthrodese (= operative Versteifung) übrig.


2) Eine Schultergelenkentzündung kann auf die Synovialis (= Innenhaut der Gelenkkapsel) und den Knorpel beschränkt sein oder die Gelenkkapsel betreffen.
Die Symptome (= Krankheitszeichen) einer Schultergelenkentzündung sind meist bzw. fast immer Schulterschmerzen, Schwellung, Überwärmung und/oder Bewegungseinschränkung des Schul tergelenks. Seltener kann es auch zu einer Rötung (v. a. akute Formen), Gelenkerguß (= in das Gelenkinnere abgesonderte Flüssigkeit) oder zur Eiteransammlung (Gelenkempyem) im Gelenk
kommen. Im Verlauf einer chronischen Gelenkentzündung (= über einen längeren Zeitraum bestehenden Gelenkentzündung) sind die Spätfolgen meist ein Funktionsverlust des Gelen kes mit Destruktionen (= Zerstörung bestimmter Gelenksbestandteile), Fehlstellungen (= die Geometrie des Gelenkes wird verändert), Kontrakturen (Verkürzungen bestimmter das Gelen k umgebender Weichteilstrukturen, die zu einer Bewegung seinschränkung des Gelen kes führen) und Ankylosen (= Gelen kversteifung) (nach Pschyrembel, 258. Auflage; Gesundheitpro.de).

Die verschiedenen Formen und mögliche Ursachen von Gelenkentzündungen bzw. Schultergelenkentzündungen sind auf folgender Internetseite ausführlich dargestellt:http://www.gelenksentzuendung.de.


3) Periarthritis humeroscapularis
Sammelbegriff für (schmerz hafte) Störungen bzw. Schultererkrankungen in der unmittelbaren Umgebung des Schultergelenk s. Der Begriff "Periarthritis" sagt aus, daß diese Störungen eigentlich zwingend entzündlicher Natur sein müßten. Im allgemeinen medizinischen Sprachgebrauch hat es sich jedoch eingebürgert, auch degenerative (= abnutzungsbedingte) Prozesse unter der Periarthritis humeroscapularis zu subsumieren, so daß folgende Definition angebracht sein dürfte: Bei der Periarthritis humeroscapularis besteht eine schmerzhafte
Bewegung seinschränkung des Schultergelenk s, hervorgerufen durch entzündliche, vorwiegend aber degenerative Prozesse (Verfettung, Verquellung, Verkalkung) an örtlichen Sehnen (vor allem der Muskeln Infra- und Supraspinatus, Bizeps), Sehne nansät zen, vor allem am Kora koid (= Rabenschnabelfortsatz am oberen Rand des Schulterblatts), Muskel übergängen und Schleimbeutel n, hauptsächlich der Bursa subdeltoidea (= unter dem Schul termuskel gelegen), evtl. auch an Knorpel und Knochen. Relativ häufig ist auch die sog. Rotatorenmanschette ((= die aus den Oberarm dreh muskeln (Musculi subscapularis, supra- u. infraspinatus, teres major et minor) bestehende Muskelmanschette des Schultergelen kes)) betroffen.

Häufige Störungen/ Schultererkrankungen im Rahmen der Periarthritis humeroscapularis sind:


4) Die Kalkschulter ist ein Begriff, der eher dem "medizinischen Volksmund" zugeordnet werden muß, gemeint ist die Bursi tis ca lcarea. Der Begriff Bursitis steht für die En tzündung eines Schlei mbeutels. Als Bursi tis ca lcarea wird eine Schleimbeu telentzündung im Bereich der Schul ter bezeichnet, bei der das umliegende Sehnengewebe Kalkablagerungen (= calcarea) aufweist. Die Bursi tis ca lcarea (Kalkschulter) ist eine relativ häufige Erkrankung und fällt in den Bereich der klassischen Schultererkrankungen. Die Kalkschulter ist durch sehr starke Schmerzen im Bereich der Schul ter in Verbindung mit massiven Bewegungseinschränkungen gekennzeichnet. In seltenen Fällen treten nachts auch ein sehr starker Ruheschmerz auf mit Unfähigkeit den Ar m zu bewegen (Pseudolähmung). Die ursächlichen Kalkablagerungen machen fortan jede Bewegung zur Qual. Je mehr der bei der Kalkschulter ins Gewebe eingelagerte Kalk aufbricht desto größer ist die Wahrscheinlichkeit dass die Kalkschulter von zusätzlichen akuten entzündlichen Veränderungen des umgebenden Gewebes begleitet wird.
Das
Schul tergelenk (Articulatio humeri) ist das beweglichste Gelen k des Körpers. Dabei gleitet der Kopf des Oberarmknochens in der Schul terpfanne. Damit die K nochen nicht aufeinander reiben, sind beide mit Knorpelmasse überzogen. Die Pfanne ist insgesamt jedoch viel zu klein für den großen Kopf. Nur eine komplizierte Anordnung der Muskeln gibt dem Gelen k seine Stabilität. Daraus ergibt sich eine besondere Anfälligkeit gegenüber schmerzhaften Erkrankungen, Verdrehungen und Verrenkungen.
Schmerzen im Bereich der
Schul ter deuten also nicht unmittelbar sofort auf eine Kalkschulter. Eine entsprechende Diagnose durch einen Facharzt ist somit unerläßlich. Spätestens anhand einer Röntgenaufnahme kann die Kalkschulter allerdings anhand der deutlich sichtbaren Kalkablagerungen auf dem Röntgenbild erkannt werden.
Die Ursache der Kalkschulter ist eine übermäßige Abnutzung. Unterhalb des Knochens, der das Schulterdach bildet, hat der Mensch einen Schwachpunkt. Dort wird bei jeder Hebebewegung des Armes eine Seh ne am Kn ochen gerieben und das ausgerechnet in einem Bereich, der ohnehin schlecht durchblutet ist. Folglich begünstigen übermäßige Belastungen der Schulter, Überkopfarbeiten und chronische Fehlhaltungen die Ausbildung einer Kalkschulter.
Als Reaktion auf diese Belastungen lagert dann das Sehnengewebe der Rotatorenmanschette unter dem Schulterdach Kalk ein. Dieser Kalk ist chemisch und biologisch anders als der Kalk des Rauchers im Raucherbein oder im Hirn bei Durchblutungsstörungen. Es ist eine Kalkform, die in der Konsistenz wie Zahnpasta ist. Sie kann ab- und aufgebaut werden und auch ganz spontan wieder verschwinden. Sehr viele Menschen haben diesen Kalk, ohne jemals etwas davon zu merken. Erst das Aufbrechen dieses Kalks bzw. die übermäßige Reizung der umliegenden Sch leimbeutel führt zu der schmerzhaften Kalkschulter.
Auch geht der Kalkschulter häufig ein Engpaßsyndrom (Impingement) ursächlich voraus.


5
)
AC-Gelenksarthrose (Schultereckgelenksarthrose)
Das Schultereckgelenk (Akromioklavikulargelenk) verbindet das äußere Ende des Schlüsselbeins (Clavicula) mit dem oberen Ende des Schulterblattes, dem Akromion. Ein Verschleiß in diesem Gelenk (= Arthrose) kann sehr schmerzhaft sein, besonders schmerzhaft ist eine
aktivierte Arthrose, wobei auch eine Schwellung des Gelenks vorliegt, häufiger mit Gelenkerguss. Mit entsprechenden Untersuchungen und mit Hilfe einer gezielten Röntgenaufnahme kann die Diagnose mit hoher Treffsicherheit gestellt werden. Man unterscheidet die primäre Arthrose von der sekundären. Die primäre Form stellt eine eigenständige Erkrankung dar (z.B. altersbedingt), während die sekundäre als Folge einer (anderen) Erkrankung auftritt, so. Z.B. nach Schulterverletzungen.
Nach erfolgloser Schmerztherapie (siehe weiter unten) kann insbesondere bei der symptomatischen AC-Gelenksarthrose ein verhältnismäßig kleiner Eingriff, die sog. laterale (= vom Körper entfernte Anteil) Klavikularesektion (= operative Entfernung des Schlüsselbeins), versucht werden.

6) Bizepssehnensyndrom und Bizepssehnenabriß - Nicht wenige Autoren führen diese Störungen / Erkrankungen unter dem Oberbegriff der Periarthritis humeroscapularis. Die lange Sehne des Musculus biceps (= 2-köpfiger Oberarmmuskel) ist in eine Sehnenscheide gehüllt und läuft durch eine knöcherne Rinne des Oberarms. Diese Sehne macht alle Schulterbewegungen mit. Sowohl die Sehnenscheide als auch die Sehne können sich abnutzen und / oder auch entzündlich reagieren. Der Knochen baut dann als Folge weiteres Knochenmaterial um diesen chronischen Entzündungsprozess herum auf, was wiederum die Entzündung verstärken kann (Tendinitis der Bizepssehne). In der Folge kommt es zu Schmerzen und zu einer Schwellung. Im Endzustand kann die Sehne reißen, was man bei muskulösen Menschen eindrucksvoll sehen kann, da sich dann der Muskelbauch oberhalb des Ellenbogens zusammenzieht.

7) Rotatorensehnensyndrom - Bei diesem Krankheitsbild kommt es zunächst zu einem Reizzustand in den Sehnen der Rotatorenmanschette ((= die aus den Oberarmdrehmuskeln (Musculi subscapularis, supra- u. infraspinatus, teres major et minor) bestehende Muskelmanschette des Schultergelenkes)) und in der Bursa subacromialis (= Schleimbeutel unter dem Akromion, der Schulterhöhe), welche zunächst noch reversibel (= umkehrbar) ist. Beim Rotatorensehensyndrom ist aber hauptsächlich die Sehne und der Sehnenansatz des Musculus supraspinatus betroffen.
Die Patienten beklagen einen lokalen (= örtlichen) Spontan- sowie Druckschmerz unter dem Akromion (= Schulterhöhe). Der Patient gibt einen charakteristisches Schmerzempfinden in einem Abduktionswinkel (= wenn der Arm seitwärts weggeführt wird) von 60° bis 130° an, sonst ist jedoch eine schmerzlose Bewegung möglich. Dieses Phänomen wird „painful arc“ genannt. Erklärbar ist dies durch die mechanische Einengung der Rotatorenmanschette und der Bursa (= Schleimbeutel) während des Bewegungsablaufs. Diese Kontaktphänomene werden als „Impingement“ bezeichnet.


8) Rotatorenmanschetten-Syndrom - Manche Autoren machen keinen Unterschied zwischen einem Rotatorenmanschettensyndrom und dem Rotatorensehensyndrom. Während beim Rotatorensehnensyndrom hauptsächlich die Sehne des M. supraspinatus betroffen ist, so sind beim Rotatorenmanschettensyndrom mehrere Muskeln bzw. deren Sehnen beteiligt. Die sog. Rotatorenmanschette wird ja von den Muskeln subscapularis, supra- u. infraspinatus, teres major et minor gebildet. Innerhalb der Rotatorenmanschette gibt es Bereiche, die nur wenig durchblutet sind. Je besser die Blutversorgung in einem Gewebe ist, desto besser und schneller kann es sich selbst regenerieren. Die schlechte Durchblutung einiger Bereiche der Rotatorenmanschette macht sie nun besonders anfällig für degenerative aber insbesondere auch entzündliche Umbauprozesse. Im weiteren Krankheitsverlauf können dann Einrisse und Risse der Rotatorenmanschette auftreten, die sog. Rotatorenmanschettenruptur. Häufig kann diese in Abhängigkeit vom Alter eines Patienten, mit und ohne Unfallereignis auftreten. Bei Patienten welche älter als 60 Jahre sind findet man diese Verletzung oft ohne ein wirkliches Unfallereignis und auch ohne Angaben von großen Schmerzen. Bei jüngeren Patienten tritt diese Verletzung meistens bedingt durch einen Sturz auf die Schulter oder nach einem Sturz, bei welchem sich der Patient mit der Hand abfängt, auf.


9) Als Bursitis subacromialis wird eine Schleimbeutelentzündung im Bereich der Schulter bezeichnet. Der betroffene Schleimbeutel (Bursa subacromialis) liegt unter der Schulter
höhe (Akromion) bzw. unter dem Rabenschnabelfortsatz.
Die Bursitis subacromialis ist eine relativ häufige Erkrankung und gehört zu den klassischen Schulter
beschwerden. Man unterscheidet zwischen der akute n Bursitis subacromialisund der chronische n Bursitis subacromialis.
Wird die Bursitis subacromialis durch Kalkablagerungen verursacht, was die Regel ist, wird sie zum Teil auch Bursitis calcarea genannt bzw. der Volksmund nennt sie dann auch „Kalkschulter“.

Die Symptome
(= Krankheitszeichen): Die akute Bursitis subacromialis ist durch sehr starke Schmerzen im Bereich der Schul ter in Verbindung mit massiven Bewegungseinschränkungen gekennzeichnet. Häufig besteht auch ein Wärmegefühl. In seltenen Fällen tritt nachts auch ein sehr starker Ruheschmerz auf mit Unfähigkeit den Arm zu bewegen (Pseudolähmung, Scheinblockade, Schultersteife). Innerhalb einer Woche nehmen die Schmerzen dann allmählich wieder ab und die Beweglichkeit verbessert sich wieder.
Die chronische Bursitis subacromialis ist durch einen chronischen Dauerschmerz gekennzeichnet.


Medikamentöse Schmerzbehandlung
Akut
(= plötzlich einsetzend, heftig) und subakut (= eher schleichend verlaufend) können bei Schultererkrankungen zunächst (vorwiegend) peripher wirkende Analgetika (= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika (= Rheuma mittel), aus dieser Gruppe möglichst lang wirkende und magen schonende wie z.B. Meloxicam. Besonders magenschonend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib oder Etoricoxib, allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch Muskel
relaxanzien (= Mittel zur Entspannung von Muskeln) (z.B. Orphenadrin, Tolperison) verordnet werden.
Manchmal sind aber schmerzhafte Erkrankungen der Schulter nur mit zentral wirkenden Analgetika (z.B. Tramadol, Tilidin, bzw. Tilidin mit Naloxon oder auch Mophin)
(= im Gehirn bzw. Rücken mark wirkende Schmerzmittel) beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber eine längerfristige Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar Schmerzmittelabhängigkeit vermieden werden.
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva
(= Mittel gegen Depression, aber auch bei chronischen Schmerzen hilfreich) (z.B. Doxepin, Maprotilin) hilft in vielen Fällen Schmerzmittel einzusparen.
Bei einer entzündlichen Schmerzursache sind wiederholte Cortison-Einspritzungen hilfreich.

Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika)
bei
Schultererkrankungen:
Bei anhaltenden Schulterschmerzen, unabhängig von den Ursachen, sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Insbesondere bei Schulterschmerzen ist eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential, die therapeutische Lokalanästhesie mit einem lang wirkenden örtlichen Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen und Nervenblockaden. Dabei wird das Schul
tergelenk wiederholt (stationär bei uns zwei mal täglich) großzügig perikapsulär (= um die Gelenkkapsel herum) infiltriert.
Das Gelenk kann auch mit "Zeel" umspritzt werden, was manchen Patienten mit "homöopathischer" Grundeinstellung sehr entgegen kommt.
Eine weitere Möglichkeit ist die gezielte Infiltration von Triggerpunkten
(= kleine Reizzonen hpts. in der Muskulatur) im Schul terbereich nach vorheriger Identifizierung derselben.
Als nächst höhere Therapiestufe kommen engmaschig wiederholte Blockaden
(= Betäubungen) des Nervus suprascapularis in der Incisura suprascapularis (= kleine Kerbe am Oberrand des Schulterblattes) in Frage. Über diesen Nerv werden die Schmerzempfindungen aus dem Schul terbereich fortgeleitet.
Bei hartnäckigen und heftigen Schulterschmerzen (gilt für alle aufgeführten Schultererkrankungen) hat sich die sog. kontinuierliche, retrograd hohe Betäubung des P
lexus brachial is (= Armnervengeflecht) mit Katheter sehr bewährt.
Dabei wird ein dünner Kunststoffschlauch (Katheter) nahe der Achselhöhle in die Nervenscheide des Armnervengeflechts eingepflanzt und innerhalb derselben noch weiter nach oben vorgeschoben. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt.
Während dem Einspritzen und noch kurze Zeit danach wird der Oberar
m mit einer Manschette abgestaut, so daß die Betäubungsmittellösung innerhalb der Nervenscheide nach oben getrieben wird und so auch im Schul terbereich schmerzlindernd wirken kann.
Bei Schulterschmerzen kann auch die kontinuierliche, interskalenäre
(= zwischen Muskeln im seitlichen, unteren Halsbereich) Blockade des P lexus brachial is durchgeführt werden, allerdings ist diese Methode mit einem etwas größeren Risiko behaftet.
Das (lang wirkende) örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Schmerzbehandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben bzw. in nicht wenigen Fällen überhaupt erst in vollem Umfang möglich werden. Oft wird ein Patient durch diese Maßnahme überhaupt erst in einen rehabilitationsfähigen* Zustand gebracht.
Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind (Sympathikolyse), woraus im behandelten Körperbereich eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die durch entzündliche oder auch degenerative
(= abnutzungsbedingte) Prozesse entstanden sind, hilfreich ist, weil sie diesen Schmerzursachen kausal (= ursächlich) entgegenwirkt. Gleiches gilt für auch Schmerzen im Rahmen einer Nervenerkrankung, da eine verbesserte Durchblutung auch den Nervenzellstoffwechsel optimiert. Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche intensive Blockadebehandlung auch das sog. Schmerzgedächtnis zu löschen, auch bei schmerzhafte n Erkrankungen der Schulter.

Daß Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.

* Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk (einfach anklicken).

Laut Bundesregierung (http://www.die-gesundheitsreform.de/gesundhe itssystem/themen_az/infoblaetter/rehabilitation/index.html?param=st) haben seit dem 1.4.2007 alle gesetzlich versicherte Personen einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen

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- Für Sie waren wir sehr fleißig -
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