
Erfahrung schon seit 1987
Die
Schmerzklinik ist
nach § 40 SGB V von allen
gesetzlichen Krankenkassen als
Rehabilitationseinrichtung anerkannt (von den Privatkassen als
gemischte Krankenanstalt) und auch beihilfefähig.
SCHULTERERKRANKUNGEN
(schmerzhafte Erkrankungen der Schulter)
Hier gelangen Sie direkt zu den einzelnen,
weiter unten aufgeführten
Schultererkrankungen (einfach anklicken):
Zunächst zur Anatomie (= Lehre vom
Körperaufbau) der Schulter bzw. des Schultergelenks:
Das
Schultergelenk ist ein kompliziertes
Gebilde und bietet daher viele Ansatzpunkte für entzündliche und degenerative
Schultererkrankungen.
Das
Gelenk ist ein sog. Kugelgelenk zwischen der lippenumrandeten Pfanne des Schulterblattes
und dem Oberarmkopf, im Dachteil durchzogen von der eingescheideten langen
Bizepssehne. Die Gelenkkapsel reicht von der Basis des Rabenschnabelfortsatzes
bis zum oberen Ende des Oberarmkopfes. Die schlaffe Kapsel wir abgedeckt bzw.
verstärkt durch die sog.
Rotatorenmanschette, gebildet aus den Muskeln subscapularis, supraspinatus, infraspinatus
und teres minor. Das
Gelenk ermöglicht Hebung und Senkung, Abduktion
(=
seitliches Wegführen) und Adduktion
(= seitliches
Heranführen an die Körperachse) sowie die Kreiselung des
Arm es.
Das Schultereckgelenk (Akromioklavikulargelenk) verbindet das
äußere Ende des Schlüsselbeins (Clavicula) mit dem oberen Ende des
Schulterblattes, dem Akromion. |
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1) Bei Verwendung des Begriffs "Schultergelenkarthrose" ist die Articulatio humeri gemeint und nicht
die Art iculatio ac
romioclavicularis (Schulterec
kgelenk), diese
Arthrose
wird als AC-Gelenksarthrose
oder auch
Schultereckgelenksarthrose bezeichnet.
Die
Schultergelenkarthrose
(gilt auch für andere
Arthrosen) ist
eine vorwiegend degenerative (=
abnutzungsbedingte)
Gelenkerkrankung,
hauptsächlich des Gelenkknorpels, die (mit großen Schwankungen) erst mit zunehmendem Alter auftritt.
Es bestehen chronische, schmerzhafte, zunehmend funktionsbehindernde
Gelenk
veränderungen infolge eines Mißverhältnisses zwischen Belastung und
Belastbarkeit des Gelenkknorpels.
Die Schultergelenkarthrose ist eine eher seltenere Erkrankung, da das
Schultergelenk
weitaus weniger belastet wird als die großen
Gelenke
im Bereich der unteren Körperhälfte (Hüftgelenke
und
Kniegelenk). Verletzungen und gelenkdestruierende (=
gelenkzerstörende) Krankheiten kommen deshalb hier nicht oft vor.
Man unterscheidet auch bei der Arthrose im Schultergelenk zwei Formen:
-
Idiopathische (pri
märe) Schultergelenkarthrose. Darunter versteht man eine Eigenerkrankung
des Gelen ks in Form einer anlagebedingten Minderwertigkeit des Gelenkknorpels
ohne Vorerkrankung.
-
Sekundäre Schultergelenkarthrose nach Vorerkrankungen. Typische Vorerkrankungen
sind z.B. die
rheumatische
Arthritis bzw.
rheumatoide
Arthritis (=
Gelenkentzündung)
(Omarthritis),
oder auch Verletzungen, so z.B. Fraktur (= Bruch)
des
Oberarm
es.
Im Anfangsstadium dieser
Gelenkserkrankung besteht nur ein
Bewegungsschmerz, später gesellt sich dann auch ein
Ruheschmerz hinzu, so daß dann
ein
Dauerschmerz
besteht.
Bei fortgeschrittener Arthrose im
Schultergelenk
mit Destruktion (= Zerstörung) des Gelen ks
kann chirurgischerseits ein künstliches Gelen k (Endoprothese) eingepflanzt
werden, aber nur wenn die sog. Rota torenmanschette((= die aus den Oberarmdrehmuskeln
(Musculi subscapularis, supra- u. infraspinatus, teres major et minor)
bestehende Muskel
manschette des Schul tergelen kes))
noch erhalten ist, wenn nicht, bleibt eigentlich nur die
Arthrodese (= operative Versteifung) übrig.
2) Eine
Schultergelenkentzündung kann auf die Synovialis (=
Innenhaut der Gelenkkapsel) und den Knorpel beschränkt sein oder die
Gelenkkapsel betreffen.
Die Symptome (= Krankheitszeichen) einer
Schultergelenkentzündung sind meist
bzw. fast immer
Schulterschmerzen, Schwellung,
Überwärmung und/oder Bewegungseinschränkung des Schul
tergelenks. Seltener
kann es auch zu einer Rötung (v. a. akute Formen), Gelenkerguß
(= in das Gelenkinnere abgesonderte Flüssigkeit) oder zur
Eiteransammlung (Gelenkempyem) im
Gelenk
kommen. Im Verlauf einer chronischen
Gelenkentzündung (= über einen längeren Zeitraum bestehenden
Gelenkentzündung)
sind die Spätfolgen meist ein Funktionsverlust des
Gelen
kes mit Destruktionen
(= Zerstörung bestimmter Gelenksbestandteile), Fehlstellungen
(= die Geometrie des
Gelenkes wird verändert), Kontrakturen (Verkürzungen bestimmter das Gelen
k umgebender Weichteilstrukturen, die zu einer
Bewegung
seinschränkung des Gelen
kes
führen) und Ankylosen (= Gelen kversteifung)
(nach Pschyrembel, 258. Auflage; Gesundheitpro.de).
Die verschiedenen Formen und mögliche Ursachen von
Gelenkentzündungen bzw.
Schultergelenkentzündungen sind
auf folgender Internetseite ausführlich dargestellt:http://www.gelenksentzuendung.de.
3) Periarthritis
humeroscapularis
Sammelbegriff für (schmerz
hafte) Störungen bzw. Schultererkrankungen in der
unmittelbaren Umgebung des
Schultergelenk
s.
Der Begriff "Periarthritis" sagt aus, daß diese Störungen eigentlich
zwingend entzündlicher Natur sein müßten. Im allgemeinen medizinischen
Sprachgebrauch hat es sich jedoch eingebürgert, auch degenerative (=
abnutzungsbedingte) Prozesse unter der Periarthritis
humeroscapularis
zu subsumieren, so daß folgende Definition angebracht sein dürfte: Bei der
Periarthritis
humeroscapularis besteht eine schmerzhafte
Bewegung
seinschränkung
des
Schultergelenk
s, hervorgerufen durch entzündliche, vorwiegend aber degenerative Prozesse (Verfettung, Verquellung,
Verkalkung) an örtlichen
Sehnen
(vor allem der
Muskeln Infra- und Supraspinatus, Bizeps),
Sehne
nansät zen,
vor allem am Kora koid (= Rabenschnabelfortsatz am oberen Rand
des Schulterblatts),
Muskel
übergängen und
Schleimbeutel
n,
hauptsächlich der Bursa subdeltoidea (= unter dem
Schul termuskel gelegen), evtl. auch an Knorpel und
Knochen. Relativ
häufig ist auch die sog.
Rotatorenmanschette
((= die aus den
Oberarm
dreh
muskeln (Musculi subscapularis, supra- u. infraspinatus, teres major et minor) bestehende Muskelmanschette des Schultergelen
kes))
betroffen.
Häufige
Störungen/
Schultererkrankungen im Rahmen der Periarthritis humeroscapularis sind:
-
Impingement-Syndrom
Es handelt sich um ein
Engpaß-Syndrom (= Krankheitszeichen bei
einer Einengung) bei dem die
Sehne
n der
Mus keln, die das Schul tergelenk bewegen, zu wenig Platz haben. Ihr Gleitraum ist durch
Knochenvorsprünge und eine Vielzahl von Seh
nen im Bereich unterhalb der
Schulterhöhe eingeschränkt. Aufgrund der Enge führen an sich wenig belastende
Faktoren rasch dazu, daß die Seh
nen aneinander oder an den Knoc hen reiben und
sich entzünden, teilweise unter Einbezug des Schleimbeutels. Fast immer
vorhandene
Durchblutungsstörungen begünstigen die Entzündungsreaktion.
Typische
Anzeichen sind
Schulterschmerzen, die vor allem nachts sowie beim Anheben des
Armes auftreten.
-
Schultersteife
(ste ife Schul
ter)
Wiederholte Reizungen / En
tzündungen der Bu
rsa (=
Schleimbeu
tel)
subac romial
is (= unter
dem platten Ausläufer der Schulterblattgräte, dem Dach des Schultergelen
ks gelegen)
(Bursitis
subacromialis) sowie der Seh nenansätze der
Rotatoren (=
Oberarmdrehmuskeln) führen zu
einer Proliferation
(= Vermehrung von Gewebe
durch Wucherung oder Sprossung, meist im Rahmen einer En
tzündung)
und Verklebung des Gleitgewebes zwischen
dem Gelenkkopf des Oberarmknochens und dem Schul terdach. Es liegt
dann eine unspezifische, schmerzhafte En tzündung der
Schultergelenkkapsel bzw. der Innenhaut (Synovialitis)
vor, durch die die Kapsel allmählich schrumpft und zu einer schmerzhaften
Bewegungseinschränkung im Schultergelenk führt (Bewegungsschmerzen).
Häufig liegt auch eine
Sehnenscheidenentzündung
des Musculus biceps brachii (= 2-köpfiger Oberarmmuskel)
vor.
Die
Schultersteife
tritt meist bei älteren Erwachsenen auf. Häufig tritt die Schultersteife als
Folge einer Ruhigstellung bei einem
Schulter-Arm-Syndrom (Nacken-Schulter-Arm-Syndrom)
oder einer
Zervikobrachialgie
(Zervikobrachialsyndrom)
auf (die sog. sekundäre Schultersteife).
Weitere Synonyme
(= weitere Bezeichnungen für die gleiche Krankheit)
für die
Schultersteife
sind Periarthritis humeroskapularis adhaesiva, adhäsives
(= entzündlich bedingte, flächenhafte oder
strangförmige bindegewebige Verwachsung) Suba
kromials
yndrom
oder ahäsive
Kapsulitis,
Frozen Shoulder,
Duplay Krankheit
und
Schulterfibrose.
-
Supraspinatus-Sehnen-Syndrom
Durch eine Überlastung bzw. Überbelastung der Sehne des
Musculus supraspinatus kommt es zu einer entzündlichen Reaktion der
Sehnenscheide (Sehnenscheidenentzündung).
Diese schwillt an und wird dadurch in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt,
woraus eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung resultiert, vor allem beim
Hochheben des Armes (vorwärts und seitlich), aber auch bei Drehung. Diese
krankhaften Veränderungen können eigentlich bei allen Sehnen im
Schulterbereich auftreten, am häufigsten ist jedoch die Supraspinatussehne
betroffen, weshalb sie hier als eigenständige Erkrankung aufgeführt wird.
4) Die Kalkschulter ist ein Begriff, der
eher dem "medizinischen Volksmund" zugeordnet werden muß, gemeint ist die
Bursi tis ca
lcarea. Der Begriff
Bursitis steht für die En tzündung eines Schlei
mbeutels. Als
Bursi tis ca
lcarea wird eine
Schleimbeu telentzündung im Bereich der
Schul ter bezeichnet, bei der das umliegende
Sehnengewebe Kalkablagerungen (= calcarea) aufweist. Die
Bursi tis ca
lcarea (Kalkschulter) ist
eine relativ häufige Erkrankung und fällt in den Bereich der klassischen
Schultererkrankungen.
Die
Kalkschulter ist durch
sehr starke Schmerzen im Bereich der
Schul ter
in Verbindung mit massiven Bewegungseinschränkungen gekennzeichnet. In seltenen
Fällen treten nachts auch ein sehr starker
Ruheschmerz auf mit Unfähigkeit den Ar m
zu bewegen (Pseudolähmung). Die ursächlichen
Kalkablagerungen machen fortan jede Bewegung zur Qual. Je mehr der bei
der Kalkschulter
ins Gewebe eingelagerte Kalk aufbricht desto größer ist die Wahrscheinlichkeit
dass die Kalkschulter von
zusätzlichen akuten entzündlichen Veränderungen des umgebenden Gewebes begleitet
wird.
Das
Schul tergelenk
(Articulatio humeri) ist das beweglichste Gelen
k des Körpers. Dabei gleitet der Kopf des Oberarmknochens in der
Schul terpfanne.
Damit die K nochen nicht aufeinander reiben,
sind beide mit Knorpelmasse überzogen. Die Pfanne ist insgesamt jedoch viel zu
klein für den großen Kopf. Nur eine komplizierte Anordnung der Muskeln gibt dem
Gelen
k seine Stabilität.
Daraus ergibt sich eine besondere Anfälligkeit gegenüber schmerzhaften
Erkrankungen, Verdrehungen und Verrenkungen.
Schmerzen im Bereich der
Schul ter
deuten also nicht unmittelbar sofort auf eine
Kalkschulter.
Eine entsprechende
Diagnose durch einen Facharzt ist somit unerläßlich.
Spätestens anhand
einer Röntgenaufnahme kann die
Kalkschulter allerdings
anhand der deutlich sichtbaren Kalkablagerungen auf dem Röntgenbild erkannt
werden.
Die Ursache der
Kalkschulter ist eine
übermäßige Abnutzung. Unterhalb des Knochens, der das
Schulterdach bildet, hat der Mensch einen Schwachpunkt. Dort wird bei jeder
Hebebewegung des Armes eine Seh ne am Kn
ochen gerieben und das ausgerechnet in einem Bereich, der ohnehin
schlecht durchblutet ist. Folglich begünstigen übermäßige Belastungen der
Schulter, Überkopfarbeiten und chronische Fehlhaltungen die Ausbildung einer
Kalkschulter.
Als Reaktion auf diese Belastungen lagert dann das Sehnengewebe der
Rotatorenmanschette unter dem Schulterdach Kalk ein. Dieser Kalk ist chemisch
und biologisch anders als der Kalk des Rauchers im Raucherbein oder im Hirn bei
Durchblutungsstörungen. Es ist eine Kalkform, die in der Konsistenz wie
Zahnpasta ist. Sie kann ab- und aufgebaut werden und auch ganz spontan wieder
verschwinden. Sehr viele Menschen haben diesen Kalk, ohne jemals etwas davon zu
merken. Erst das Aufbrechen dieses Kalks bzw. die übermäßige Reizung der
umliegenden Sch leimbeutel führt zu der
schmerzhaften Kalkschulter.
Auch geht der
Kalkschulter
häufig ein
Engpaßsyndrom (Impingement)
ursächlich voraus.
5)
AC-Gelenksarthrose
(Schultereckgelenksarthrose)
Das Schultereckgelenk (Akromioklavikulargelenk) verbindet das
äußere Ende des Schlüsselbeins (Clavicula) mit dem oberen Ende des
Schulterblattes, dem Akromion. Ein Verschleiß in diesem Gelenk (=
Arthrose) kann sehr schmerzhaft sein, besonders schmerzhaft ist eine
aktivierte Arthrose, wobei auch eine
Schwellung des Gelenks vorliegt, häufiger mit
Gelenkerguss. Mit entsprechenden Untersuchungen und mit Hilfe einer gezielten
Röntgenaufnahme kann die Diagnose mit hoher Treffsicherheit gestellt werden. Man
unterscheidet die primäre Arthrose von der sekundären. Die primäre Form stellt
eine eigenständige Erkrankung dar (z.B. altersbedingt), während die sekundäre
als Folge einer (anderen) Erkrankung auftritt, so. Z.B. nach
Schulterverletzungen.
Nach erfolgloser Schmerztherapie (siehe weiter unten) kann insbesondere bei der
symptomatischen AC-Gelenksarthrose ein verhältnismäßig kleiner Eingriff, die
sog. laterale (= vom Körper entfernte Anteil)
Klavikularesektion (= operative Entfernung des Schlüsselbeins),
versucht werden.
6)
Bizepssehnensyndrom und
Bizepssehnenabriß - Nicht wenige Autoren führen diese Störungen /
Erkrankungen unter dem Oberbegriff der Periarthritis humeroscapularis.
Die lange Sehne des Musculus biceps (= 2-köpfiger Oberarmmuskel)
ist in eine Sehnenscheide gehüllt und läuft durch eine knöcherne Rinne des
Oberarms. Diese Sehne macht alle Schulterbewegungen mit. Sowohl die
Sehnenscheide als auch die Sehne können sich abnutzen und / oder auch
entzündlich reagieren. Der Knochen baut dann als Folge weiteres Knochenmaterial
um diesen chronischen Entzündungsprozess herum auf, was wiederum die Entzündung
verstärken kann (Tendinitis der Bizepssehne). In der Folge kommt es zu
Schmerzen und zu einer Schwellung. Im Endzustand kann die
Sehne reißen, was man bei muskulösen Menschen eindrucksvoll sehen kann, da
sich dann der Muskelbauch oberhalb des Ellenbogens zusammenzieht.
7)
Rotatorensehnensyndrom - Bei diesem Krankheitsbild kommt es zunächst zu
einem Reizzustand in den Sehnen der Rotatorenmanschette ((=
die aus den Oberarmdrehmuskeln (Musculi subscapularis, supra- u. infraspinatus,
teres major et minor) bestehende Muskelmanschette des Schultergelenkes))
und in der Bursa subacromialis (= Schleimbeutel unter dem
Akromion, der Schulterhöhe), welche zunächst noch reversibel
(= umkehrbar) ist. Beim Rotatorensehensyndrom ist aber
hauptsächlich die Sehne und der Sehnenansatz des Musculus supraspinatus
betroffen.
Die Patienten beklagen einen lokalen (= örtlichen)
Spontan- sowie Druckschmerz unter dem Akromion (=
Schulterhöhe). Der Patient gibt einen charakteristisches
Schmerzempfinden in einem Abduktionswinkel (= wenn der Arm
seitwärts weggeführt wird) von 60° bis 130° an, sonst ist jedoch eine
schmerzlose Bewegung möglich. Dieses Phänomen wird „painful arc“ genannt.
Erklärbar ist dies durch die mechanische Einengung der Rotatorenmanschette und
der Bursa (= Schleimbeutel) während des Bewegungsablaufs.
Diese Kontaktphänomene werden als „Impingement“ bezeichnet.
8) Rotatorenmanschetten-Syndrom - Manche
Autoren machen keinen Unterschied zwischen einem
Rotatorenmanschettensyndrom und dem Rotatorensehensyndrom.
Während beim Rotatorensehnensyndrom hauptsächlich die Sehne
des M. supraspinatus betroffen ist, so sind beim
Rotatorenmanschettensyndrom mehrere Muskeln bzw. deren
Sehnen beteiligt. Die sog. Rotatorenmanschette wird ja von
den Muskeln subscapularis, supra- u. infraspinatus,
teres major et minor gebildet. Innerhalb der Rotatorenmanschette gibt es Bereiche,
die nur wenig durchblutet sind. Je besser die Blutversorgung in einem Gewebe
ist, desto besser und schneller kann es sich selbst regenerieren. Die schlechte
Durchblutung einiger Bereiche der Rotatorenmanschette macht sie nun besonders
anfällig für degenerative aber insbesondere auch
entzündliche Umbauprozesse. Im weiteren Krankheitsverlauf
können dann Einrisse und Risse der Rotatorenmanschette
auftreten, die sog.
Rotatorenmanschettenruptur. Häufig kann diese in
Abhängigkeit vom Alter eines Patienten, mit und ohne
Unfallereignis auftreten. Bei Patienten welche älter als 60
Jahre sind findet man diese Verletzung oft ohne ein
wirkliches Unfallereignis und auch ohne Angaben von großen
Schmerzen. Bei jüngeren Patienten tritt diese Verletzung
meistens bedingt durch einen Sturz auf die Schulter oder
nach einem Sturz, bei welchem sich der Patient mit der Hand
abfängt, auf.
9) Als Bursitis
subacromialis wird eine
Schleimbeutelentzündung
im Bereich der
Schulter
bezeichnet. Der betroffene
Schleimbeutel
(Bursa subacromialis) liegt unter der
Schulter
höhe (Akromion) bzw. unter dem
Rabenschnabelfortsatz.
Die Bursitis
subacromialis ist eine relativ häufige Erkrankung und gehört zu den
klassischen
Schulter
beschwerden. Man unterscheidet zwischen der akute
n Bursitis subacromialisund
der chronische
n
Bursitis subacromialis.
Wird die Bursitis subacromialis durch Kalkablagerungen verursacht, was die
Regel ist, wird sie zum Teil auch
Bursitis calcarea
genannt bzw. der Volksmund nennt sie dann auch „Kalkschulter“.
Die Symptome
(= Krankheitszeichen):
Die akute Bursitis
subacromialis ist durch sehr starke
Schmerzen im
Bereich der Schul
ter in Verbindung mit massiven
Bewegungseinschränkungen gekennzeichnet. Häufig besteht auch ein Wärmegefühl. In
seltenen Fällen tritt nachts auch ein sehr starker
Ruheschmerz auf mit Unfähigkeit den
Arm zu bewegen
(Pseudolähmung, Scheinblockade,
Schultersteife). Innerhalb einer Woche nehmen die
Schmerzen dann
allmählich wieder ab und die Beweglichkeit verbessert sich wieder.
Die chronische Bursitis subacromialis
ist durch einen chronischen
Dauerschmerz
gekennzeichnet.
Medikamentöse
Schmerzbehandlung
Akut (= plötzlich
einsetzend, heftig) und subakut
(= eher schleichend
verlaufend) können bei
Schultererkrankungen
zunächst (vorwiegend)
peripher wirkende
Analgetika
(=
Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken)
eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale
Antirheumatika
(=
Rheuma
mittel),
aus dieser Gruppe möglichst lang
wirkende und
magen schonende wie z.B.
Meloxicam. Besonders magenschonend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B.
Parecoxib oder Etoricoxib, allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem
Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer.
Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt
genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch
Muskel
relaxanzien (=
Mittel zur Entspannung von
Muskeln)
(z.B. Orphenadrin, Tolperison) verordnet werden.
Manchmal sind aber schmerzhafte Erkrankungen der Schulter nur mit zentral wirkenden
Analgetika (z.B.
Tramadol, Tilidin, bzw. Tilidin mit Naloxon oder auch Mophin)
(= im Gehirn bzw.
Rücken
mark wirkende
Schmerzmittel)
beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber eine längerfristige Schmerzmittelverordnung wegen der
Gefahr der Gewöhnung oder gar
Schmerzmittelabhängigkeit
vermieden werden.
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden
Antidepressiva
(= Mittel gegen Depression,
aber auch bei chronischen
Schmerzen
hilfreich) (z.B. Doxepin,
Maprotilin) hilft in vielen Fällen Schmerzmittel einzusparen.
Bei einer entzündlichen Schmerzursache sind wiederholte
Cortison-Einspritzungen hilfreich.
Therapeutische Lokalanästhesie
(= Behandlung mit einem
örtlichen Betäubungsmittel
bzw.
Lokalanästhetika)
bei
Schultererkrankungen:
Bei anhaltenden Schulterschmerzen, unabhängig von den Ursachen, sollten
rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Insbesondere bei
Schulterschmerzen ist eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs-
oder Suchtpotential, die therapeutische Lokalanästhesie mit einem lang wirkenden
örtlichen Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) in Form von örtlichen
Betäubungen und
Nervenblockaden. Dabei wird das Schul
tergelenk wiederholt (stationär bei
uns zwei mal täglich) großzügig perikapsulär
(= um die Gelenkkapsel herum)
infiltriert.
Das
Gelenk kann auch
mit "Zeel" umspritzt werden, was manchen Patienten mit "homöopathischer"
Grundeinstellung sehr entgegen kommt.
Eine weitere Möglichkeit ist die gezielte Infiltration von Triggerpunkten
(= kleine Reizzonen hpts. in der
Muskulatur)
im Schul terbereich nach
vorheriger Identifizierung derselben.
Als nächst höhere Therapiestufe kommen engmaschig wiederholte
Blockaden (=
Betäubungen) des Nervus
suprascapularis in der Incisura suprascapularis
(= kleine Kerbe am Oberrand des
Schulterblattes) in Frage. Über diesen Nerv werden die Schmerzempfindungen aus dem Schul
terbereich fortgeleitet.
Bei hartnäckigen und heftigen Schulterschmerzen (gilt für alle aufgeführten Schultererkrankungen) hat sich die sog.
kontinuierliche, retrograd hohe
Betäubung des P
lexus brachial
is (= Armnervengeflecht) mit Katheter sehr bewährt.
Dabei wird ein dünner Kunststoffschlauch (Katheter) nahe der Achselhöhle
in die Nervenscheide des Armnervengeflechts eingepflanzt und innerhalb derselben
noch weiter nach oben vorgeschoben. Die Einpflanzung erfolgt durch eine
handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In
der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der
vorangegangenen Dosis, das
örtliche Betäubungsmittel
völlig schmerzlos nachgespritzt.
Während dem Einspritzen und noch kurze Zeit danach wird der Oberar
m mit einer Manschette abgestaut, so daß die Betäubungsmittellösung
innerhalb der Nervenscheide nach oben getrieben wird und so auch im Schul
terbereich schmerzlindernd wirken kann.
Bei Schulterschmerzen kann auch die kontinuierliche, interskalenäre
(= zwischen
Muskeln im
seitlichen, unteren Halsbereich)
Blockade des P
lexus brachial is
durchgeführt werden, allerdings ist diese Methode mit einem etwas größeren
Risiko behaftet.
Das (lang wirkende) örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser
Schmerzbehandlung
so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung
der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische
Übungsbehandlungen möglich bleiben bzw. in nicht wenigen Fällen überhaupt erst
in vollem Umfang möglich werden. Oft wird ein Patient
durch diese Maßnahme überhaupt erst in einen
rehabilitationsfähigen* Zustand gebracht.
Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit
hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung
auch die sog. vegetativen
Nerven
betroffen sind (Sympathikolyse),
woraus im behandelten Körperbereich eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung
resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei
Schmerzen, die durch entzündliche oder auch degenerative
(= abnutzungsbedingte)
Prozesse entstanden sind, hilfreich ist,
weil sie diesen Schmerzursachen kausal
(= ursächlich) entgegenwirkt. Gleiches gilt
für auch Schmerzen im Rahmen einer
Nervenerkrankung,
da eine verbesserte Durchblutung auch den Nervenzellstoffwechsel optimiert. Nach
neueren Erkenntnissen vermag eine solche intensive Blockadebehandlung auch das
sog. Schmerzgedächtnis zu löschen, auch bei schmerzhafte
n Erkrankungen der Schulter.
Daß
Lokalanästhetika
(= örtliche
Betäubungsmittel) auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich
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